Aktuelles:

im Augenblick halte ich mich mit "veganem Reiten" über Wasser
im Augenblick halte ich mich mit "veganem Reiten" über Wasser

 

05.06.2017

…schon wieder kommt eine E-Mail vom Veranstalterteam. Alles wäre angerichtet, schreiben sie. Für sommerliches Wetter sei gesorgt, schreiben sie. Die Schattenspender im Prater seien frisch belaubt und die Reisbällchen wären in diesem Jahr besonders rund, schreiben sie. Und sie würden sich auf uns Athleten freuen, schreiben sie… ja ja, die wollen uns nur leiden sehn – besonders mich, scheint mir…

 

Wäre es nicht eine der sympathischsten Laufveranstaltungen mit dem sympathischsten Veranstalterteam im Ultralauf-Jahr, hätte ich diese E-Mail in der jetzigen Situation und bei meinem derzeitigen Befinden, ohne Bedenken gelöscht. Aber es ist eben dieser 100 km Lauf in Wien. Eine jahrelange Hassliebe, ein brutaler Zweikampf zwischen mir und dem Prater. 2:2 steht es im Duell zwischen meiner ächzenden Lunge und der Grünen Lunge Wiens. Zwei Mal hat mich die Strecke gnadenlos abgeworfen. Zweimal habe ich mich mehr schlecht als recht ins Ziel gewurschtelt. Die Brisanz bleibt aufrecht…

 

Nur mehr wenige Tage bis zum 10.06.2017. Ein Tag, der am Anfang des Jahres ganz Fett angestrichen war. An diesem Tag wollte ich in der Verfassung meines Lebens sein und es sollte metallisch vor der Brust klimpern wenn ich am Nachmittag an der Sportleroase meine wohlverdiente Käsekrainer mit einem 17er-Blech in den Verdauungstrakt geleite. Aber meistens kommt es anders und zweitens ganz ganz anders…

 

Am Anfang des Jahres sah alles noch recht gut aus. Ein überraschender Zweiter Gesamtrang passierte mir beim 10 km Lauf in Schildorn bei tiefgefrorenen -19° Grad. Mein Denk-Organ schien an diesem Tag Frost-Aussetzer gehabt zu haben. Die geplante 30 km Strecke hab ich unterwegs unabsichtlich gegen die 10 Km Schleife eingetauscht. Zwei Km vor dem Ziel wurde mir mein Fauxpas bewusst und mit einem Frustantritt gelang mir der besagte 2. Gesamtrang. Ok, die langen Trainingsläufe für den 100er in Wien würde ich dann eben ein anderes Mal machen.

 

3 Wochen später bot sich die Gelegenheit für einen dieser langen Trainingsläufe. Beim „Burgenland Extrem“, 120 km rund um den Neusiedlersee war vor allem mentale Stärke gefragt um im pannonischen Kühlschrank die schiere Endlosigkeit zu ertragen. Die steife Brise, die selbst dem abgebrühtesten Seebären die Nackenhaare sträuben ließe, tat ihr übriges unser Läufer Dasein zu sekkieren. Mit Gerry Schiemer einige Umwege laufend habe ich mir für das nächste Jahr geschworen die Runde um den See einfacher und vor

allem schneller zu absolvieren. Mit dem 4. Gesamtrang war ich dennoch recht

zufrieden und froh, wieder einmal eine wirklich lange Strecke durchgelaufen zu sein. Dass Andi Michalitz den Lauf gewonnen hat, brauche ich an dieser Stelle

nicht gesondert erwähnen. (Who else…)

 

Nach dieser Ausdauer-Bestandsaufnahme sollte dann auch die Tempohärte einer ersten Inspektion 2017 unterzogen werden. Beim Crosslauf in Neuhofen prügelte ich meine alten Knochen auf dem 9,6 km langen Rundkurs nach 35:39 min ins Ziel. Super, der Weg nach Wien stimmt.

 

Den 4h-Lauf in Marchtrenk, bei dem das Orga-Team und die Veranstaltung ähnlich Familiär wie in Wien ist, wollte ich als ersten wirklichen Test für den Wiener-100 er verwenden und das ist mir auch gelungen. Mit Reserven (1,2%) laufend spulte ich in 4:08:36 h zwanzig Runden oder 58,51 km ab. Diese persönliche Bestleistung ließ Brustumfang und Körpergröße deutlich spürbar aber kaum sichtbar zunehmen.

 

Über die Crosslauf-Staatsmeisterschaften in Itter/Tirol breite ich den Mantel des Schweigens. Zu frisch, lebendig und schmerzhaft sind die demütigenden Überrundungen…

 

Viel lieber denke ich an den Halbmarathon in Wels, der wiederum als Test für den kommenden Linz-Marathon am Programm stand. Nieselregen und kühle Temperaturen machten Wels zu meiner persönlichen Komfortzone und den Lauf zum Vergnügen. Zu keiner Zeit die Schmerzgrenze antasten müssend, lief ich nach 1:17:41 h ins Ziel. Zweiter AK-Rang wird so schlecht nicht gewesen sein und sofort rattern die Gehirnzellen eine Marathon-Hochrechnung vor dem inneren Auge herunter… 2:4?:?? – mit einem leichten Schwindelgefühl stellte ich mich unter die ernüchternd-kalte Dusche.

 

Marathontag in Linz. Ein Tag wie aus dem Bilderbuch. Heute steht einem tollen Lauf nichts im Wege. „Make your Image great again“ – oder so ähnlich sagte ich zu mir. (Hoffentlich nicht laut).

 

Den Körper bei einem einwöchigen Trainingslager unter zypriotischer Sonne gestählt und getuned, war ich sehr auf eine „personal Best“ eingestellt. Psychologen kennen dafür einen Fachausdruck…

 

Der Start lief noch perfekt. Zu schnell – natürlich – aber perfekt. Mit Reini Buchgeher, einer meiner Mitkonkurrenten beim 100er in Wien, wechselte ich in der Führungsarbeit ab. Wir waren schnell, sehr schnell, 3:35 min/km, viel zu schnell aber es lief gerade so schön locker flockig und die Bedingungen könnten besser nicht sein. Risiko!??! Oh ja… Die Stimmung in Linz war noch nie so gut wie an diesem Tag. Km 20. Reini wird noch schneller. Alarmglocken schrillten aber der Lärm der tausenden Zuschauer auf der Landstraße war lauter.

Alarmsirenen… Ich komme in Schwierigkeiten, muss abreißen lassen und sehe mich

plötzlich Mutterseelenallein unter 1000enden Zuschauern. Nach 23 km erwacht ein

alter Bekannter, den ich aus dem Vorjahr kenne und beinahe schon vergessen

hatte, kriecht aus seinem Versteck im Lendenwirbelbereich, ziiiiieht genüsslich

bleiern durch die recht Hüfte und breitet sich lähmend langsam oder langsam

lähmend im vorderen Oberschenkel aus. Erst leise, später laut fluchend begrüße

ich den alten Dämon. Dehnen hilft. Der Rhythmus ist gebrochen. Km 25. Reini

Buchgeher kommt mir kreidebleich und leicht wankend entgegen. „Was wäre wenn

wir beide etwas langsamer…?“ ja sicher aber no risk no fun… Nach 3:03:22 h hat

dann mein stop & go Marathon von Linz ein säuerliches Ende genommen. Der

Sieg in der Marathon-Staffel, den ich als Startläufer für die „Naturbackstube

Honeder“ bestritt, erhellte meinen Tag und drängte die düsteren Gedanken über

ein vorzeitiges Karriereende beiseite. Danke Helga Honeder für die Nominierung!

 

Der Vienna City Marathon, zwei Wochen später, war ein emotionales Highlight und ein ganz klein wenig masochistisches Geschenk an mich selber. Denn genau vor 20 Jahren habe ich hier in Wien mit dem Marathonlaufen angefangen und diesen Lauf wollte ich einfach nur genießen, Spaß haben und unter 3 Stunden bleiben.

Ein marillenpalatschinkengleicher Hochgenuss sollte es werden.

Mit etwas Abstand war es auch ein ganz feines Dahingleiten durch die Bundeshauptstadt. Ok, der Lendenwirbeldämon hat mich auch dort nicht verschont aber auch ungebetene Gäste gehören zum Fest. Mit 2:58:08 h fühlte ich mich dem 100er im Prater schon recht nah.

 

Den „Wings for Life World Run“ nutzten Berna und ich für ein weiteres Sightseeing in Wien. Leider ist uns dieser Lauf nicht so rund wie vor zwei Jahren in St. Pölten gelungen und wir mussten uns dem Catcher-Car schon nach 36.3 km geschlagen geben. Lustig war´s aber allemal…

 

Als letzten mentalen wie auch körperlichen Formtest suchte ich mir einen besonderen Leckerbissen aus dem Laufkalender.

Der GutsMuths Rennsteiglauf von Eisenach nach Schmiedefeld, 73,5 km quer durch den märchenhaften Thüringer Wald, steht schon sehr lange und sehr weit oben auf meiner

persönlichen „To do list“. Start um 6:00h morgens bei traumhaften Laufbedingungen. Der Vormittag verging wie im Flug und nach 6:23:44 h hatte ich die sagenhaftesten Forststraßen, herrliche Aussichtsplätze und mehr als 1800 Höhenmeter hinter mich gebracht. Der 2. Altersklassenplatz hat selbst mich überrascht.

 

Mit etwas Reserven laufend sollte Wien ein 100 kilometriges Vergnügen werden. Dachte ich damals.

 

Jetzt steht Wien vor der Tür und Zweifel plagen mich ob es denn gescheit wäre mit einer abklingend-entzundenen Achillessehne 100 km zu laufen. Ob ich an meinem Verstand zweifeln sollte wenn ich versuchte mit meiner Pollenallergie auch mit 20% weniger Luft auszukommen, ob ich meinen herausragendsten Körperteil (hallux valgus) schmerzfrei im Zaum halten kann, ob ich dem Dämon im Kreuz meinen Willen aufzwingen kann und ob ich mich wirklich und mit voller Inbrunst einem neuerlichen Scheitern im Prater stellen will… Bin ich derzeit überhaupt mental in der Lage, nach 60 – 70 km und mit angeschlagenem Fahrgestell noch das Ziel erreichen zu wollen…??

 

Andererseits ist es eben der magische Code: „100 km Wien“ der mich reizt. Es sind Angelika und Klemens, Sir Heinz und Stürmchen, Didi und Karin, Andi „Rosi“ und Anita, Mike, Andi der Weltrekordler, Meggy, Reini und Siegi, Ernst, Tino, Andy "Big Man" Kapui, Emil, der Rest der Lauffamilie… und natürlich meine Berna, die ein solches Event zu einem Fest machen.

 

Ja, 40 Runden Rund ums Heustadelwasser in der tropischen Hitze des Praters sind eine zähe wirklich zähe Angelegenheit aber die Stimmung bei Start und Ziel, die lachenden Gesichter der emsigen Helferlein, die Reisbällchen, die Lauffamilie und nicht zu Letzt die geringe Terrorgefahr reizen mich und es würde sich falsch anfühlen, es nicht zu versuchen… cu there…!!


11.02.2017

 

38. Neuhofener Geländecup 3. Lauf

 

Bei sehr tiefen Bodenverhältnissen und Temperaturen rund um den Gefrierpunkt fand am Samstag, 11. Februar der dritte und letzte Lauf der 38. Geländecupserie in Neuhofen statt. Rund 140 Läuferinnen und Läufer nahmen dieses Mal daran teil.

Auf der Langstrecke (9600m) hieß der Sieger heute Christian Haas (Kolland Topsports Gaal). Er siegte in 32:27 Minuten vor Michael Waldl (LAC Klagenfurt) und Alexander Weiß (LG Kirchdorf).

 

Bei meinem ersten Antreten auf Cross-Terrain in diesem Jahr, lief es unerwartet gut. Gleich vom Start weg konnte ich mein Tempo finden und mich hinter Ronnie Plank, einem der besten Allrounder im Laufsport, einreihen.

Ronnie, im Bewusstsein dass ich in der gleichen Altersklasse kämpfe, wollte auch nach einer halben Stunde keinen Schritt nachlassen und ich dahinter wollte nicht abreißen lassen. So rackerten wir uns Meter für Meter an Altersklassenrivalen Martin Draxler,  heran.

Schlussendlich schoben sich Rang 3, 4 und 5 in der AK 40 bis auf 10 sec. zusammen.

Mein Gesamtrang 10 und der Altersklassenrang 5 sprechen für die hohe Qualität der "Alten Männer".

Mit meinen 35:39 min bin ich sehr zufrieden und der Lauf hat Spaß gemacht.

Der Formaufbau stimmt...


27.01.2017

Burgenland Extrem

 

Den Elementen getrotzt! Temperaturen um -5 Grad, teilweise gefrierender Nebel, rutschige Straßen, vereiste Radwege und heftiger Wind waren die Begleiter der Läufer, Walker und Radfahrer die sich heute Rund um den Neusiedlersee bewegt haben. 117 km in einer Zeit von 10:57 h bedeuteten für mich Gesamtrang 4 mit dem ich richtig zufrieden bin. Für mich ist das ein sehr positiver Einstieg in das Ultralaufjahr 2017.

 Vielen Dank an das Organisationsteam, dass in punkto Kälte unglaublich resistent ist. Wir sehen uns im nächsten Jahr!

https://connect.garmin.com/modern/activity/1545380509

 


Jahreshauptversammlung SK VÖEST - Leichtathletik:

Ehrung für meinen Ladesmeistertitel in der AK im Marathon.

 

mit Sektionsleiter und Leichtathletik-Vater Willi Lehner

17.04.2016

10 km Staatsmeisterschaften in Kremsmünster

 

Respekt und Hochachtung vor dem hohen Niveau der Kollegen in der AK45 die mich heute bei den Ö-Staatsmeisterschaften über 10 km in Kremsmünster herpaniert bzw. gefordert haben! Bei einem Kilometerschnitt von 3:32 min/km musste ich eine halbstündige Nahtoderfahrung machen, weit über meine Schmerzgrenze gehen und letztendlich einen 7. Platz in der AK hinnehmen. Um auf dieser Distanz einmal einen Meistertitel zu ergattern werde ich wohl bis tief in meine 80er laufen müssen... was solls - dauert ja nicht mehr so lange...

 

 Im starken Teilnehmerfeld des Hauptlaufes, rund 160 Läuferinnen und Läufer standen in den diversen Klassen am Start, waren auch 7 VÖESTler. Bernadette Schuster erreichte in der guten Laufzeit von 36:59,8 Minuten, nach einem packenden Zielsprint, Rang 4 in der allgem. Klasse und Rang 2 in der Klasse W35. Ilse Haider schaffte in 46:46,3 Minuten, den Sieg in der Klasse W65. Christian Pflügl kam mit der Laufzeit von 33:10,3 Minuten auf  Rang 6 in der Klasse M35. Ebenfalls einen 6 Platz erreichte Rupert Mayrhofer, in 45:51,5 Minuten in der Klasse M60. Mit der guten Laufzeit von 35:34,1 Minuten, erreichte Hubert Morawetz Rang 7 in der Klasse M45. Einen weiteren 7. Platz schaffte Erwin Kurzmann,  in der Klasse M50 in 41:53,3 Minuten, und Stefan Katzenschläger lief in 46:15,2 Stunden auf den 10. Platz der Klasse M55.

 


05.03.2016

OÖ-Landesmeisterschaften im Crosslauf

 

ein verrücktes Rennen... (Bericht folgt)

 

 

 


20.02.2016

4h-Lauf in Marchtrenk

Ein sehr gelungener Testlauf und ein guter Einstieg in das Ultralauf-Jahr 2016.

Das Team um Sigi und Reinhard Buchgeher, Gerda Sternad und Co. hat auch heuer wieder eine sehr sympathische Neuauflage dieses kleinen Klassikers im Laufkalender auf die Beine gestellt. Danke für euer selbstloses Engagement um unser Läufer Wohl. Stundenlang standen die treuen Helfer und Rundenzähler frierend am Streckenrand als wir Läufer monoton unsere Runden zogen.

Für uns Läufer war das Wetter um diese Jahreszeit beinahe optimal und mir gelang ein recht gleichmäßiger Lauf über die gesamte Distanz ohne ein gröberes Problem. Es tat gut den Körper auf einer langen Strecke wieder einmal richtig zu spüren. Die Beinhautentzündung im Schienbein, die mich schon ein paar Wochen begleitet war nach 10 km nicht mehr zu spüren und die anfänglichen Gedanken, eventuell früher auszusteigen, waren schnell verworfen.

Als Andi Pfandlbauer und Christian Buchebner vorzeitig ausstiegen, war der Weg für mich frei um meinen insgesamt 4. Tagessieg auf dieser Strecke, nach Hause zu laufen.

Die Marathon-Distanz war nach 2:55 h erledigt, die 50 km Marke nach 3:28 h und nach 20 Runden und 58,51 km in 4:09:56 h durfte ich dann, zufrieden mit dem bisherigen Formaufbau, genüsslich eine heiße Dusche genießen.

Danke an die Lieblings-Chefin Helga Honeder für die Mohnzelten-Motivation und ein spezieller Dank an Reini Buchgeher fürs Coaching an der Strecke und für das Seiterl an der Bar.

 


Mein Sport-Jahresrückblick 2015

(von einem der glaubt mit der Krise den Biss verloren zu haben)

 

Gleich zu Beginn des Jahres, als sich die reumütigen Vanillekipferlsünder in der Sportarena zu Neuhofen zum alljährlichen Crosslauf-Gemetzel versammelten, erhielt ich meine erste Lehrstunde in Sachen Härte-Engagement und Ausdauer-Zähigkeit. Trotz guten äußeren Lauf-Bedingungen und vermeintlicher Frühform sah ich gleich 11 Rücken und 22 Beine vor mir klein und immer kleiner werden. Ein wenig gedemütigt und im Bewusstsein, nicht einmal einen Stockerlplatz in der Altersklasse erstritten zu haben schlich ich Schlierenzauer-gleich aus der Arena und zog mich in die rauhe Welt der böhmischen Wälder zurück um aus Orsolics wieder einen Balboa zu machen.

 

Beim zweiten Antreten, zwei Wochen später, same Station – same Distance, lief mein Motor schon erheblich runder und ich konnte die 9,6 km um 1:32 min verkürzen. Nun waren es nur noch 8 Gegner, die mich mit Morast aus ihren Spikes bewarfen. Am vierten Altersklassen-Rang änderte sich jedoch nichts. Ich verbuchte diese Steigerung als ersten kleinen Erfolg und konnte beim Verlassen der Umkleidekabinen ein Arnoldsches „i´ll be back“ nur schwer unterdrücken.

 

In der Woche danach, es war Anfang Februar, wenn sich der vernünftige Wintersportler auf den sonnigen Schneehängen oberhalb der Nebeldecke seiner Leidenschaft hingibt, treibt mich alljährlich eine magisch-masochistische Kraft ins kaltnebelige bayrische Flachland. In Bad Füssing unweit der österreichischen Grenze wollte ich eine Bestandsaufnahme meiner Ausdauerqualitäten machen. Auf einer Strecke, die von den einen ob ihrer eintönigen Streckenführung verhasst ist, von den anderen als charakterbildend bezeichnet wird, kann ich mich gar nicht blöd genug anstellen um nicht eine gute Zeit zu laufen. Vielleicht unterstreicht diese Tatsache die Einfachheit meines Gemüts. Mit 2:46:15 h belegte ich den vierten Gesamtrang. Der dritte Platz wäre durchaus erreichbar gewesen doch auch hier hat mir wieder die nötige Kaltschnäuzigkeit gefehlt um den Sack zu zu machen. 3 Kilometer vor der Ziellinie hatte ich dieses Resultat wieder verkackt – das tat weh. In meiner heilen Welt, in der ich mich ansich ausgesprochen wohl fühle und über die ich sehr dankbar bin, habe ich leider verlernt – um mein Leben – zu rennen. Ich verordnete mir daher wieder tägliche therapeutische Härteeinlagen in den böhmischen Wäldern. Zudem zügelte ich die Begierden meines Fleisches derart, dass ich zwischen den Mahlzeiten kaum feste Nahrung zu mir nahm. Ausnahme waren lediglich die Mohnzelten der „Naturbackstube Honeder“.

 

Es ging Schlag auf Schlag. Wettkampf folgte auf Wettkampf. Schon in der drauffolgenden Woche stand die dritte Auflage des Crosslaufcups in Neuhofen auf dem Programm. Körperlich und mental gestärkt prügelte ich meinen Monzelten-getuneden Körper um den 8 Runden langen Parcours. Noch einmal gelang mir dabei eine Reduzierung der Laufzeit um eine Minute. Nur 3 (Jüngere)!!! kehrten mir diesmal den Rücken und ich freute mich sehr über meinen 4. Gesamtrang und den Sieg in der Altersklasse. Der Biss war zurück und ich hatte alles gegeben. Der Lauf war an einem Samstag und am Dienstag darauf konnte ich auch schon wieder normal atmen…

 

Am 21.02. war der Auftakt zur diesjährigen Ultralaufsaison in Marchtrenk wo ich beim 4h-Lauf meinen Sieg aus dem Vorjahr verteidigen wollte.

Doch meistens kommt es anders und zweitens ein junger Bursche aus Slowenien, der meiner Eitelkeit einen nachhaltigen Kratzer verpasste. Der Sieger Matej Uhan lief in 3:54 h stolze 58,51 km. Mit meinen 55,58 km belegte ich Rang 2. Ein Anfang im Ultralaufjahr, von dem ich mir noch einiges erhoffte, war gemacht.

 

Im Rahmen des Teamtreffens der Ultralauf-Nationalmannschaft in Wien, wo bei sich bei Laktattests und gemeinsamen Trainingsläufen, die Teamführung ein erstes Bild der Mannschaften für die kommenden Welt- und Europameisterschaften in den diversen Langdistanzen machte, lief fast das gesamte Team als Abschluss einer Trainingsreihe den „Laufen hilft“ Halbmarathon im Wiener Prater. Locker und lässig spulte ich dabei die 21,1 km in 1:18:34 ab und sprintete noch mit Teamkollege Gerald Sancho Fister um Platz 7 im Gesamtranking. Der Sieg in der Altersklasse bestätigte meine gute Früh-Form. Wie lange würde ich diese Form wohl halten können? Die Wettkämpfe häuften sich und ein vernünftiges Training in den wenigen Tagen dazwischen war kaum noch möglich. War ein Rückfall in die Bedeutungslosigkeit schon da abzusehen? Wenn ich es nicht versuche, kann ich nicht einmal scheitern – hat einmal ein philosophischer Reinhold Messner verkündet. Nur so wird man zur Legende. Wie ein 8000er stand zu diesem Zeitpunkt die Laufsaison 2015 noch vor mir.

 

Sechs Tage nach dem Halbmarathon stand die OÖ-Landesmeisterschaft im Crosslauf in Micheldorf auf dem Programm. Müde und kraftlos schleppte ich mich, immerhin mit einem Kilometerschnitt von 3:32 min/km im Gelände, auf den 3. Altersklassenrang. Mehr war nicht drinnen. Joe Dißlbacher und Leo Wölflingseder kenne ich mittlerweile von hinten schon besser als von vorne.

 

Zeitgleich mit der beginnenden Griechenland-Krise war auch mein Energie-Budget schwer sanierungsbedürftig. Beim traditionellen Halbmarathon in Wels musste ich nach gutem Beginn und aussichtsreicher Position im Rennen der Rache des Montezuma Tribut zollen und musste gleich zwei Mal ein rettendes Gebüsch aufsuchen um dann nach 1:17:14 h erleichtert das Ziel zu erreichen.

 

Schlecht verlief auch der Start in der Woche darauf bei den OÖ-Landesmeisterschaften im 10 Km Straßenlauf. Gleich nach dem Start waren Alex Demse aus Steyr, Berna und ich in einen Sturz verwickelt. Im Bewusstsein, im nächsten Augenblick totgetrampelt zu werden schnellten wir adrenalingepeitscht in die Höhe und es gelang mir darauf meine persönliche Bestzeit über 10 km auf 34:25 min zu verbessern. Die Bronzemedaille in der Altersklasse war mein Lohn dafür.

 

Den Wochenrhythmus beibehaltend ging ich am 28.03. beim 6h-Lauf in Lassee (NÖ) an den Start. Dies war die erste Station im diesjährigen Ultralaufcup, den ich, weil mich sowieso immer alle darauf ansprechen, auch einmal gewinnen will. Die Vorzeichen jedoch standen schlecht und meine Trainingswerte korrelierten erschreckend mit den Aktienkursen, die wegen der herbeigeschworenen Krise allmählich in den Keller sanken. Dieser Krise möchte ich es auch zuschreiben, dass ich gegen Ende des Rennens erst meine Führung, dann meine Motivation und meinen Biss verlor um schlussendlich von einem schmerzenden Sprunggelenk vom ersehnten Stockerl bugsiert zu werden. Der erhoffte Kampfgeist eines Rotweilers ist leider auf das winseln eines Zwergpinscher zusammengeschrumpft. Rang 4 mit 78,2 km. Die erhofften 80 km sind momentan in weiter Ferne. Reini Buchgeher, Didi „Speedy“ Korntner und Gerhard Schiemer zeigten mir wie es gehen könnte. Der erste Schuss im Ultralaufcup ging in die Hose. Die Krise nahm ihren Lauf.

 

Der Eferdinger Osterlauf – eine Woche später – sollte zu einem Gehorsamslauf für mich werden. Die Tempohärte für den kommenden Marathon in Linz soll trainiert werden. 8 Km in 27:23 h bedeuten Rang 4 in der Altersklasse. Schon wieder ein 4. Platz. Hin- und hergerissen zwischen schnellen und langen Trainingsläufen versuchte ich meine Mitte zu finden, aber wie sollte mir das bei der allumfassenden Krise gelingen?

 

Beim angesprochenen Marathon in Linz wurden die diesjährigen Staats- und Landesmeisterschaften über die klassischen 42,195 km ausgetragen. Nach einer abermaligen zweiwöchigen Kasernierung in den Wäldern des südböhmischen Raums ging ich voll motiviert und gut gelaunt an den Start. Etwa 35 km flutschten nur so vorbei und es lief wirklich gut. Eine langersehnte persönliche Bestzeit war zum Greifen nah. Wäre da nicht das leidliche Finale, das mich schon wieder ein wenig weich und zahnlos machte. Mit zunehmender Frustration musste ich feststellen, dass mir schon wieder die Härte und der Biss fehlen um das Ding nach Hause zu laufen. Als es dann auch immer wärmer wurde und sich eine Wadenverhärtung bemerkbar machte, war ich nur noch genervt und Rang bzw. Zeit waren mir sowas von Wurscht. So soll ein Marathon nicht enden. Mit 2:45:45 h wäre ich vor einigen Jahren noch ganz Linz vor Freude um den Hals gefallen, doch diesmal konnte ich mich nicht freuen, weil ich nicht wusste, was ich in der Vorbereitung noch anders machen könnte. Weniger Wettkämpfe – ok, das wäre eine Möglichkeit für die Zukunft. Wäre Rudi Nierlich griechischer Finanzminister gewesen, dann hätte er wohl gesagt: „wenns ned laft, dann laft´s ned!“

 

Den „Wings for Life World Run“ in St. Pölten habe ich meinem Schatz und besserer Hälfte Bernadette zum Geburtstag geschenkt und sollte ein schöner gemeinsamer Laufausflug unter Wettkampfbedingungen werden. Dass sie dabei aber so couragiert und beherzt ans Werk geht, dass sie als letzte Frau vom Catcher-Car eingeholt wird und das Ding gewinnt war damals noch nicht absehbar. Die erreichten 47 km spulte sie dabei in 3:26 h ab und belegte weltweit den 16. Gesamtrang bei den Damen. Als Siegprämie winkte ihr eine Flugreise incl. Hotel für 2 Personen zu einem „Wings for Life World Run“ im nächsten Jahr irgendwo auf der Welt. Weil ich bis dato so brav war und meinen Schatz beim Lauf begleitet habe, darf ich sie auf dieser Reise begleiten. Wir haben uns für Südafrika entschieden und freuen uns schon sehr auf den Lauf in Pretoria und den anschließenden Urlaub am schönsten Ende Afrikas. Zudem bewirkte Berna´s Sieg die Einberufung ins Nationalteam der Ultraläufer um im September für Österreich bei der 100 km WM in den Niederlanden an den Start zu gehen. Bravo Berna!

 

Wie hoch das Niveau bei den oberösterreichischen Bahnläufern ist, musste ich bei den Landesmeisterschaften über 5000m in Gmunden am eigenen Leib erfahren. Dort musste ich mit 17:17 min schon persönliche Bestzeit laufen um noch eine Bronzene in der Altersklasse zu erringen.

Eigentlich sollte es mein bestes Ultralaufjahr werden, doch jetzt habe ich bereits zwei persönliche Bestzeiten auf den „kurzen“ Strecken – 10 km und 5000 m – aufgestellt. Bin ich im falschen Film??

 

Dieses Zwischenhoch an Spritzigkeit wollte ich dann gleich nutzen um das Mini-Team-Austria bei der Masters EM in Grosetto (ITA) würdig zu vertreten. Mit Joe Dißlbacher, Robert Gruber, Hermann Binder und meiner Vielseitigkeit wurden wir Team-Masters-Europameister in einem sehr engagierten Crosslauf und Team-Vize-Europameister über 10 km sowie Team-Vize-Europameister im Halbmarathon (siehe unten). Die Sensation war perfekt – die Krise schien überwunden. Wir fühlten uns wie die Helden der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft, obwohl die Resonanz im eigenen Land ungleich geringer ausfiel.

 

Mitte Juni wurde es dann so richtig ernst mit den zum Cup zählenden Ultraläufen. Jetzt hieß es für mich allen Fokus auf die nächsten Wochen zu richten.

Leider gesellte sich zur allgemeinen Finanzkrise nun auch die vielzitierte Flüchtlingskrise – oder auch Krise der Menschlichkeit – wie ich sie gerne nenne. Zudem strömten zum Leidwesen meiner, wenig hitzeresistenten Person, Temperaturhöchstwerte nachgewiesenermaßen aus dem Ausland zu uns herein und machten mir das Leben schwer und meinen Traum vom Ultralaufcup-Sieg vorzeitig zunichte.

 

100 km in Wien. Staatsmeisterschaft. Temperaturen um die 30 Grad. Ich quälte mich 9 Stunden 14 Minuten und 10 Sekunden lang um die heißen 40 Runden im Prater herunter zu hatschen. Immerhin Rang 3 in der Klassenwertung. Wieder ließ ich wertvolle Punkte liegen – den Ultralaufcup werde ich wohl erst im nächsten Jahr gewinnen…

 

12h-Lauf in Irdning. 35 Grad im Schatten – doch es gab keinen Schatten. In diesen 12 Stunden spulte ich lediglich 82,8 km ab. Die Punkte für den Cup verglühten am heißen Asphalt.

 

6h-Lauf in Prambachkirchen. Die Hitzewelle erreicht ihren Höhepunkt. 37 Grad heiße Luft – wie H.C. Strache richtig erkannte – ein terroristischer Temperatur-Anschlag aus den muslimischen Gebieten im Norden Afrikas – machte uns das Dasein noch schwerer. 65 km in 6 Stunden. Kraft, Motivation und Ausdauer am Nullpunkt – die Krise kannte keine Grenzen…

 

Wäre nicht das Saison-Highlight, die 100 km WM noch auf dem Programm gestanden, hätte ich an diesem Punkt wohl einen „Zielpunkt“ gemacht und den Laden zugesperrt.

Stattdessen versuchte ich mein Glück in luftigen Höhen und sagte sofort zu als Helga Honeder zu den „Honeder-Festspielen beim Lauf auf den Erzberg rief.

 

Erzberglauf. 12,5 km die erst moderat zu steigen beginnen um dann im Finish immer steiler zu werden. Eine Laktatschlacht, die ich als flach-asphalt-Schlurfer nur schlecht vertrage. Einzig mein, ohnehin schon recht ramponiertes Ego, und die Tatsache, dass Berna nur wenige Sekunden hinter mir mit einem Lächeln im Gesicht den Berg erstürmt, trieb mich auf den steirischen Brotlaib. Das war letztendlich eine sehr willkommene Abwechslung und ein lustiger Honeder-Family-Day…

 

Beim WKO-Businesslauf in Linz bot sich für mich das gleiche Bild. Auf dem 5,4 km langen und recht hügeligem Streckenverlauf wollte ich mir wieder einiges an Tempohärte und Stehvermögen aneignen. Ich rannte mir die Seele aus dem Leib und war zwischenzeitlich fest davon überzeugt, dass dies mein letzter Tag werden würde. Im Ziel war es dann aber doch weniger dramatisch obwohl auch hier Berna nur Sekundenbruchteile hinter mir die Ziellinie querte. Noch einmal hat mein Ego gesiegt. Wie lange würde mir das noch gelingen?

 

Dann war der große Moment für die Ultralauf-Nationalmannschaft endlich gekommen. Die 100 km WM in Winschoten (NL) stand auf dem Programm. Die Bedingungen zum Laufen waren perfekt, die Stimmung im Team war großartig und die Erwartungen waren hoch, höher (zu hoch?). Ich habe den Lauf durch das sympathische niederländische Städtchen sehr genossen. Tempo und Marschtabelle haben gestimmt. Meine Bereitschaft an diesem Tag alles zu geben war absolut da und auch das Glück in Form unseres Physio-Engels namens Angelika „magic hand“ Huemer-Toff die mir einen zwischenzeitlich eingeklemmten Nerv in der Hüfte wieder freigelegt hat, war auf meiner Seite. Dass ich durch dieses zwischenzeitliche Handicap die angestrebte Zeit unter 8 Stunden nicht erreichen konnte machte die Freude über den 5. Altersklassenrang wieder

einigermaßen wett. Bis auf wenige Ausnahmen konnte die gesamte Mannschaft nicht die erhofften Ergebnisse bringen und so reisten wir im Bewusstsein, dass sich das Weltklasseniveau der österreichischen Athleten lediglich auf unser Bundesgebiet beschränkt, wieder ab.

 

Beim diesjährigen Vereinsausflug des SK Vöest ins oststeirische Stubenberg wollte ich nur eine Woche nach der 100 km WM beweisen, dass der Mythos der Regeneration nur ein theoretischer Vorschlag sei. Beim „Genuss-Apfel-Lauf-Halbmarathon am Stubenberger See setzte ich mir ein engagiertes Ziel. Unter 1:20 h wollte ich auf jeden Fall kommen. Bis 12 km war das angestrebte Tempo auch kein Problem, doch dann war Schluss mit lustig und ich musste beißen, zwicken und kratzen um in Bewegung zu bleiben. Meine Lungen und Gelenke ächzten und stöhnten und unter dem Beifall der Vereinskollegen, der wie steirisches Kernöl die Seele streichelte, hatte ich irgendwie meinen Biss und Kampfgeist wiedergefunden. 1:19:27 h – Ziel im doppelten Sinne erreicht.

 

Ich war wieder da! (Zitat: Jörg Haider 2003, 2005 und 2007)

Das Ultralauf-Finale in Steyr konnte kommen. Ich war überzeugt, das würde –mein- Lauf werden. Doch aus heutiger Sicht sollte mir damals ein Blick in die Zeitungen der Welt zu denken geben. Die aufkeimende VW-Krise machte mir schon im Vorfeld des Rennens einen Sieg so gut wie unmöglich.

 

Und so kam es dann auch. Nach anfänglich gutem Rennverlauf bei sehr guten Renn-Bedingungen konnte ich recht bald die Führung übernehmen. Mit zunehmender Dauer des Rennens stiegen meine Emissionswerte jedoch über das erlaubt Maß hinaus und ich musste die Führung an den Kleinwagen-Besitzer (Marke will hier nicht genannt werden) Klemens Huemer abgeben. Das Überholen auf der rechten Seite sollte zwar noch einmal am grünen Tisch und bei einem Gläschen behandelt werden – aber am Ergebnis will ich hier nicht rütteln.

Der Sieg im Ultralaufcup ging heuer an Reinhard Buchgeher gefolgt von Didi Korntner der im Finale aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr dabei war und dem Sieger

des Ultralaufcups 2016. (!?!)

 

Weil genug niemals genug sein kann, lief ich tags darauf beim Herzlauf in Traun die 9 km in 32:23 min und trug so meinen Benefiz-Teil zur Gesundheit der Herzkranken Kinder in OÖ bei. Meine eigene Gesundheit war da mehr als zweitrangig. Der 7. Gesamtrang hatte dann auch mich sehr überrascht.

 

Die Honeder-Festspiele sollten dann am Wolfgangsee eine Neuauflage erleben. Ich habe mich aus freien Stücken und im Bewusstsein eines möglichen Desasters für die Marathon-Distanz von Bad Ischl nach St. Wolfgang entschieden. Für die Lieblings-Chefin Helga wollte ich ein gutes Ergebnis erzielen und das ist halt nur dann möglich wenn eine Endzeit unter 3 Stunden im Ergebnis steht. Gesagt, getan. Angestachelt von der guten Stimmung im Feld der Favoriten und bester Lauf-Bedingungen im strahlenden  Sonnenschein des Salzkammerguts legte ich eine 2:58:41 h auf die Ziellinie. Der 2. Stockerlplatz in der Altersklasse machte Freude und das Scheinwerferlicht strahlte auf das rote Herz am Honeder-Shirt. Ja, Sport kann auch schön sein…

 

Am Höhepunkt der VW-Krise stand dann die oberösterreichische Meisterschaft im Halbmarathon auf dem Programm. In Untermühl – einer meiner Trainingsstrecken – sollte das Gemetzel um den Landesmeister über die Bühne gehen. Krisengeschüttelt und am Ende meiner Kräfte angelangt, wollte ich diesen Halbmarathon nach 12 km frühzeitig beenden. Aber weil ich ja sowieso irgendwie zum Ziel zurück musste, schlurfte ich im Standgas weiter und erreichte nach 1:22:23 h das Ziel, wo mich fragende Blicke der Konkurrenten empfingen. Wie Marcel Hirscher zwischen den Torstangen suchte ich einen Ausweg aus dem Zielbereich…

 

Aufstehen, die Krone richten und weitermachen…

 

Das letzte Ultralauf-Highlight stand Ende Oktober für mich amProgramm.

Auf die 130 km beim „Wien Rundumadum“ freute ich mich schon sehr. Einfach laufen und nach der langen Saison einen stressfreien „Wettkampf“ zu bestreiten war mein Ziel. Die Titelverteidigung aus dem Vorjahr zu verteidigen würde auf Grund der Vorbelastungen zwar schwer aber es ist für alle eine lange Reise, auf der vieles unerwartete passieren kann. Mit Christian Mlinar, der für eine perfekte Navigation und jede Menge Spaß auf der Strecke sorgte lief ich das erste Drittel der Strecke. An der zweiten Verpflegungsstelle bei km 52 erfuhr ich, dass ich mittlerweile die Führung übernommen hatte. Gerade noch rechtzeitig zur Hälfte der Strecke machte sich eine bis dahin nicht gekannte Sauerstoff-Krise in den Oberschenkeln breit und setzte sich recht hartnäckig fest. Eine sehr kurze geplante Geh-Pause weitete sich leider zusehends zu einer handfesten Frustwanderung aus. Mehr als 500 m laufend zurückzulegen war kaum mehr möglich, mein Flüssigkeitsvorrat ging bedrohlich zur Neige da die öffentlichen Trinkbrunnen Wiens bereit vorsorglich geschlossen wurden und der Weg zur nächsten Verpflegung bei km 70 noch sehr sehr weit war, beschlich mich wachsende Panik. Mir ging es zwischenzeitlich wie dem Wiener Bürgermeister, der auch kaum laufen kann, durstig ist und auch erst nach 22 Stunden Arbeit nach Hause gehen darf… Eineinhalb Stunden gingen so wie die Wählerstimmen der Regierungsparteien verloren und ich stellte mich auch auf einen sehr langen Wettkampf ein. Werde ich überhaupt ins Ziel kommen? Nach 66 km übernahm Klemens Huemer das schwere Los der Führung.

Nach 70 km würde ich aufhören und mit dem Bus zurück in den 21. Bezirk fahren war ich überzeugt. Ich wollte die Vernunft siegen lassen. In der Zwischenzeit war ich auf den 8. Rang zurückgerutscht. An der Verpflegstelle nach 70 km genoss ich die bereitgestellten Getränke und Snacks. Dort erfuhr ich auch, dass der ersehnte Rücktransport erst in 4 Stunden geplant war. Da ich zu diesem Zeitpunkt sogar schon zu faul war zu warten, und das Warten eine Kälte-Krise hervorgerufen hätte, beschloss ich noch einige Kilometer persönlich und aus eigener Kraft in Richtung Ziel zu streben und siehe da, es lief wieder recht gut. Ein weiterer Tiefpunkt schien überwunden. Die restlichen zehn, dreißig und sechzig Kilometer waren dann kein Problem mehr und ich konnte mich erstaunlicher Weise noch auf den 3. Gesamtrang vorarbeiten. Ein  versöhnliches Ende der krisengebeutelten Ultralauf-Saison war gemacht. Bravo Klemens Huemer!

 

Nach einer vierwöchigen (verletzungsbedingter) Regenerationspause wollte ich es im alten Jahr noch einmal wissen ob der alte Motor noch einmal anspringt und lief beim Welser „Silvester-Race“ die 5 km in 18:11 min. einen Testlauf unter Rennbedingungen. Eine lockere Draufgabe beim offiziellen Silvesterlauf war dann nach 18:34 min erledigt. Für diese Leistung wurde ich dann bei der Siegerehrung für den 2. Platz in der Altersklasse mit einem leeren Sparschwein belohnt – die Finanzkrise geht offensichtlich weiter….

 

Prosit 2016!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

12.09.2015

100 km WM/EM und Masters WM in Winschoten (NL)

 

Leider stand die WM schon in den letzten Wochen und Monaten unter keinem guten Stern für Österreich. Einige der wichtigsten Hoffnungsträger mussten verletzungsbedingt absagen und dämpften schon im Vorfeld die Erwartungen der Mannschaftsführer, die sich noch vor einigen Monaten eine Platzierung in der Nähe der Medaillenränge erhofften.

 

Im Sog dieser hochgesteckten Erwartungen hat der Rest der Truppe die persönlichen Ziele auch noch einmal um eine Stufe hinaufgesetzt und manche haben dabei leider sehr weit über ihr Ziel hinausgeschossen. Aber aus Fehlern darf man ja bekanntlich lernen…

 

Hochmotiviert und voller Tatendrang stehen wir also hier inmitten der Weltelite der Ultraläufer und müssen angesichts der Bestzeiten dieser Laufikonen aus Schweden, Italien, Spanien, den USA, Japan und Brasilien… ernüchtert feststellen, dass das Weltklasseniveau unseres Teams lediglich auf unser Bundesgebiet beschränkt ist.

 

Countdown: 3,2,1 – los geht´s – endlich ist der Moment „X“ da, der uns auf die lange harte Reise mit den vielen Unbekannten schickt. Ultralaufen bedeutet „Probleme lösen“ habe ich irgendwo einmal aufgeschnappt. Sie sollen nur kommen, die Probleme. Ich fühle mich sehr gut in Form und mein Ziel, an meine persönliche Bestzeit von 7:40:25 h heranzukommen scheint mir durchaus realistisch. Die üblichen Tempofehler zu Beginn will ich mir diesmal sparen und ich laufe die erste Runde sehr defensiv an. Gemeinsam mit Walter Wakonig laufend machen wir eine gemütliche Sightseeing-Tour auf der 10 km Schleife durch das malerische Städtchen Winschoten, die wir dann sicherheitshalber noch 9 Mal laufen um auch sicher zu gehen ob wir auch alles genau gesehen haben.

 

Die erste Runde ist nach exakt 47:00 min erledigt und ich freue mich, dass ich dabei genau im Plan liege. An unserem Verpflegungsstand sehe ich im Augenwinkel das verschmitzte Lächeln des Teamchefs Reini Strasser, wie er meinen Marschplan und seine Armbanduhr vergleicht. Seine Frau Regina reicht mir absolut regelkonform meine Getränkeflasche.

 

Alles läuft perfekt und ich fühle mich wohl auf der Strecke. Die Bedingungen sind bis auf den zeitweilig starken Wind sehr gut. In den bunt geschmückten Straßen von Winschoten ist die Stimmung unter den fachkundigen Zuschauern grandios. Viele haben ihre Sofas und Couchtische in die Vorgärten gestellt, um mit Griller und Bierkisten stets hautnah am Geschehen zu sein. Toll, das macht die Strecke zu einem kurzweiligen Vergnügen.

 

In der zweiten Runde muss ich eine wertvolle Minute in eine Toilettenpause investieren. Erleichtert setze ich meinen Weg fort. Walter ist mir jetzt weit enteilt und unwillkürlich werden dadurch meine Kilometerzeiten schneller. Ich versuche möglichst locker und kraftsparend zu laufen aber das Tempo bleibt hoch – Vorsicht Hubert das kann sich 50 km später böse rächen…

 

Nach 46 km wird meine Tempoverschärfung auch für die Betreuer sichtbar. Klemens, der mit Abstand vorbildlichste Getränkereicher (National- u. International) an diesem Tag, ruft mir zu, nicht allzu sehr aufs Tempo zu drücken.

 

KM 50. Halbzeit. Ich erkundige mich ob bei Bernadette auch alles in Ordnung ist und wie es ihr bei ihrem Debut auf der Ultra-Lang-Distanz so geht. Regina versichert mir, dass alles in Ordnung ist.

Gut so… Ich versuche ihr viel positive Energie zu schicken, weil ich weiß wie viel mentale und physische Kraft ihr dieser Lauf abverlangen wird. Berna stellt sich hier voll in den Dienst der Sache und will ein passables Damen-Mannschaftsergebnis für Österreich erreichen. Bei einer WM zu debütieren macht die Sache jedoch nicht leichter und umso höher muss man den Versuch ins Ziel zu kommen bewerten.

 

Bei Km 63 scheint für mich das Rennen schon fast beendet zu sein. Ein plötzlicher heftiger Schmerz in der rechten Hüfte zwingt mich stehen zu bleiben. Es fühlt sich an als wäre ein Nerv eingeklemmt. Ein Gefühl der Taubheit breitet sich über den Oberschenkel bis in die Wade hinunter aus. Ich versuche zu dehnen und zu lockern um wieder ein paar Schritte laufen zu können. Wieder sackt das rechte Knie vor und ich gerate in Sturzgefahr. Wieder dehnen und lockern. Langsam anlaufen, den Rhythmus finden um nach wenigen hundert Metern wieder irgendwo zähnefletschend am Gartenzaun zu hängen und den Körper verbiegend versuchen den Nerv zu befreien. Minuten um Minuten verstreichen und ich komme nicht mehr vom Fleck. Aus? Aufhören?... Nein. Nach diesem misslungenen Ultralaufjahr will ich diese WM nicht einfach so wegwerfen. Irgendwie rette ich mich zu Km 70 wo unsere Physiotherapeutin Angelika mit ihren magischen Händen steht. Sie muss mir jetzt mein Rennen retten.

 

Sehr schnell hat sie einen Punkt gefunden wo sie eine Blockade vermutet und gräbt ihre Daumen in meine Hüfte. Kleine bunte Sternlein tanzen vor meinen Augen. Wo schmerz ist, ist Leben… ja ja blöde Sprüche…

Angelika malt – sicher ist sicher - noch ein Sinus-Zeichen auf die betreffende Stelle, sprüht Eis Spray drüber und schickt mich wieder auf die Reise. Nebenbei erfahre ich dass viele aus unserer Mannschaft mit Problemen kämpfen. Auch Berna hat zu diesem Zeitpunkt ihr Rennen schon beenden müssen. Zu groß wurden die muskulären Überlastungsschmerzen, die sie aus den letzten Wochen schon mit nach Winschoten gebracht hat. Schade.

Christian Buchebner, der das Rennen sehr schnell begonnen hat, hat sich am Knie verletzt und ist ausgestiegen.

Walter Wakonig, der zu Beginn mit mir gelaufen ist liegt inzwischen weit zurück – läuft aber noch.

Reini Buchgeher und Andi Sageder sind in der Österreich-Wertung vorne aber aus irgendwelchen Gründen auch langsamer als erwartet.

 

Nach Angelikas Behandlung versuche ich langsam wieder in Fahrt zu kommen. An der Verpflegungsstelle schnappe ich mir einen Becher Cola, schütte ihn in mich hinein und merke erst zu spät, dass in dem Becher eine Wespe war. Einen Stich in die Lippe muss ich leider hinnehmen – naja es könnte schlimmer sein...

 

Siehe da, wie durch ein kleines Wunder beginnt es bei mir wieder zu laufen. Eine ganze Runde durchzulaufen macht keine Probleme.

Lediglich ein heißer Punkt an der Hüfte ist noch zu spüren. Die Zeit ist leider jetzt weg aber noch ist nichts verloren. Geduldig bleiben und weitermachen ist jetzt oberstes Gebot. Die Kilometerzeiten sind zwar deutlich länger geworden und eine Zeit unter 8 Stunden wird sich leider nicht mehr ausgehen aber um Platz 3 in der Österreich-Wertung will ich schon noch mitmischen. Doch da habe, ich die Rechnung ohne unseren Taktikfuchs Herbert Hartl gemacht. Wie aus dem Nichts zieht Herbert an mir vorbei und auf und davon. Ich versuche dran zu bleiben, doch vergebens. Einige Zeit schaue ich ihm noch bewundernd hinterher wie er locker und lässig Richtung Weltmeistertitel in der AK-55 stürmt. Grandios!!!

 

Nach 100 km und 8:09:25 h ist für mich das Rennen beendet. Ziel deutlich verfehlt. Irgendwie will sich keine positive Emotion vordrängen. Auch Reini und Andi liegen kreidebleich im Gras und wirken ziemlich ratlos. Nur Herbert lächelt zufrieden und scheint bei weitem nicht am Ende seiner Kräfte.

Bravo Herbert – Weltmeister – Hartl, es ist eine Freude und Inspiration mit dir in einem Team zu sein!

 

Die Ergebnisse der Österreicher im Einzelnen:

 

Buchgeher Reinhard -       7:45:18 - Rang 62

Sageder Andreas -             7:47:17 - Rang 64

Hartl Herbert -                    8:07:22 - Rang 71     (Rang 1 Masters-WM M55)

Morawetz Hubert -            8:09:26 - Rang 72    (Rang 5 Masters-WM M45)

Gratzl Karl -                         8:16:18 - Rang 76      (Rang 6 Masters-WM M45)

Wakonig Walter -               8:34:43 - Rang 87

Bendl-Tschiedel Carola-   8:49:08 - Rang 33

Heiml Alexandra -              9:53:57 - Rang 49

Wolf Ludwig -                   10:37:30 - Rang 7       Mastersklasse M60

Schaludek Heinz -            10:53:24 - Rang 18     Mastersklasse M50

Buchebner Christian - DNF

Schuster Bernadette - DNF

Eigner Gerhard - DNF

Korntner Dietmar - DNF

 

Nachträglich kann ich mit meinem 5. Altersklassenplatz doch noch etwas Positives aus Winschoten mitnehmen.

 

Gratulation an alle die sich der Herausforderung gestellt haben.

 

Besserwissende Negativ-Stimmen von nichtlaufenden Außenstehenden, die glauben sie könnten sich ein kompetentes Urteil über die Aufgabe „Ultralauf“ bilden, die sollten wir gar nicht an uns heranlassen und mit Ignoranz quittieren. Wir wissen selber, dass wir ein wenig unter unserem Wert geschlagen wurden und deshalb kämpfen wir als Team aber auch als Individualisten weiter. Ich freue mich auf das nächste Aufeinandertreffen…

 

Ein spezieller Dank gebührt natürlich

unserem Betreuerteam, angeführt von Reinhold Strasser, dessen unermüdliches Engagement um das Team und seine fachlich-humorvolle Kompetenz die Basis des Teams bildet. Danke Reini für die Nominierung ins Team!

Danke Angelika Toff für deine Hilfe, du hast mir das Rennen gerettet und hast deswegen noch was gut bei mir…

Danke Regina für deine Betreuung an der Strecke.

Klemens auch dir herzlichen Dank für die vorbildliche Betreuung – es macht immer spaß mit euch und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen bei „Wien Rundumadum“….




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15.05.2015

Masters EM 10 km Straßenlauf in Grosseto ITA

Ein wenig verloren steht unser vierköpfiges rot-weiß-rot gewandetes Grüppchen im Leichtathletik-Oval des Campo Scuola Bruno Zauli inmitten der 80 000 Seelen-Stadt  Grosseto und blickt ein wenig nachdenklich auf die bestens organisierten Masters-Teams der Italiener, Deutschen, Schweizer, Franzosen und Briten, die zu hunderten in Bussen aus ganz Europa hierher in die Toskana chauffiert wurden und  in ihren einheitlichen Trainingsanzügen ein prächtiges Bild abgeben.

Das Team Austria, eher überschaubar, und trotz seiner Übersichtlichkeit vom offiziellen Sport-Österreich ignoriert, besteht aus Robert Gruber, Joe Dißlbacher, Hermann Binder und meiner Wenigkeit.  Wir haben die 950 km Anreise mit dem PKW zurückgelegt, unsere Unterkunft, Verpflegung und auch die Startgelder  persönlich und aus der eigenen Tasche bezahlt. Also ist das unsere Europameisterschaft und unser Bewerb…

Und aus diesem Grund stellen wir uns Punkt 16:15h mit der breitesten Brust die uns von der Natur zur Verfügung gestellt wurde an die Startlinie des 10 km Straßenlaufs und beschließen Masters Team-Europameister zu werden. Heimat bist du schneller Söhne…

Mit Robert Gruber, unserem Spezialisten für eh jede Strecke und Joe Dißlbacher  dem Lauf-Urgestein aus dem Salzkammergut habe ich zwei bärenstarke Zugpferde im Team.

Angestachelt von der allgemeinen Euphorie und vom superhektischen Platzsprecher, der den Lautsprechern alles abverlangt, brettere ich los als gäbe es kein Morgen mehr.  Zu schnell, bestimmt, aber wir wollen was erreichen also weiter.  Eine Armada von weiß-blauen italienischen Nationaltrikots rennt vor mir her und ich lasse mich zu einem ersten Kilometer in 3:10 min hinreißen. Die Luft ist schwül über Grosseto und bald ringe ich japsend um  ein wenig Frischluft.  Der Gegenwind trocknet mir die Kehle aus. Weiter…

Nach vier Kilometer holt mich Joe ein. Zu meiner Atemnot gesellt sich jetzt auch noch ein seitenstechender Quälgeist hinzu. Joe zieht auf und davon. Robert ist sowieso weit vorne und schon längst außer Sichtweite.  Ich bemühe mich um Schadensbegrenzung. Irgendwie gelingt mir das dann auch. Nach 36:01 min falle ich schweißgebadet auf den kühlen Rasen.  Ich bin zu schnell gestartet und habs verbockt. Joe hockt neben mir im Gras und ist mit sich und der Welt genauso unzufrieden wie ich. Nur Robert kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Er ist als 6. Über die Ziellinie geflogen und in der Altersklasse winkt ihm die Silbermedaille. Das hebt die Stimmung sofort merkbar.

Wenig später strahlen wir alle drei, als feststeht, dass wir in der Teamwertung trotz allem den 2. Platz erreicht haben.  Vize-Europameister – hört sich schon fast perfekt an. Fast perfekt… Irgendwie müssen wir die italienische Übermacht knacken.

Vor Roberts Brust klimpert es schon metallisch.  Ich will auch klimpern…

Unser Hotel liegt in Marina di Grosseto mit Blick aufs Meer. Bei einem kurzen Spaziergang und einem Energieschub in Form eines Thunfisch-Steaks und einer Kostprobe mediteraner Braukunst, schwören wir uns darauf ein, dass es bei der morgigen Cross-Staffel absolut keine Schonung mehr gibt. Es ist nur mehr ein Gas erlaubt und das ist eben Vollgas.

 

 

16.05.2015

Masters-Cross-Country EM in Castiglione della Pescaia

 

3 x 4 km Cross-Staffel. Neuer Tag, neues Rennen, neues Glück…

 Jeder der 3 rot-weißen (mittlerweile vom Sonnenbrand) Haudegen hat 2 Runden zu je 2 km zu laufen.  Die Strecke ist fordernd aber machbar. So wie Crosslauf sein soll.

Robert unser heißestes Eisen beginnt und weil seiner Meinung nach nicht wirklich schnell gelaufen wird,  beschließt er kurzerhand allen davon zu laufen.

Mein Puls beschleunigt mächtig als der Platzsprecher „Roberto Grubäär la Austriaaaa“ als führenden verkündet. Um Gottes Willen – der Robert schickt mich dann nach seiner 2. Runde als führenden auf die Reise. Das bedeutet Stress…

Und da ist er auch schon wieder, fliegt über die Linie und hat einen mächtigen Vorsprung mitgebracht – sensationell.

Abklatschen – und schon renne ich über die rustikal gemähte Wiese, über trockenes Erdreich einen sanften Hügel hinauf, immer darauf bedacht nicht zu überpacen um nicht in der Final-Runde ins staubig trockene Gras zu beißen.  Kurvig und leicht abfallend  kommt der Weg hier meinem Laufschritt sehr entgegen. Ich verbeiße mich in der Aufgabe und fühle mich plötzlich pudelwohl in meiner Haut. Es gibt also auch eine Komfortzone jenseits der Schmerzgrenze. Noch eine kurze Schottergerade und schon ist die erste Runde geschafft.  Ich führe bei einem Europameisterschaftslauf…  ein unwirklicher Gedanke… Ein deutscher, im unverkennbar sächsischen Dialekt ruft mir zu: „du häscht än riesen Vörschprung, teil dir´sch ein“. Bei einer Spitzkehre wage ich einen Blick nach hinten und tatsächlich da war keiner.

Locker und spritzig geht’s zum letzten Mal den Hügel hinauf und auch wieder runter und plötzlich nehme ich einen blauweißen wildschnaufenden Blitz hinter mir wahr. Wo kommt denn dieses Tier plötzlich her. Ich renne was das Laufwerk hergibt zur Übergabestelle und schicke Joe auf die Reise um für uns das Möglichste herauszuholen.

Nach der ersten Runde liegt Joe knapp hinter dem Raggazzi Azzuro an zweiter Stelle. Er kontrolliert den Führenden – das wird spannend. Robert und ich rennen ins Zielstadion um dem Finale entgegen zu fiebern – das ist nix für schwache Nerven.

Schließlich wird Joe noch von einem furiosen französisch-italienischen Tsunami überrollt und kommt schließlich als 3. mit einem breiten Grinsen ins Stadion gelaufen. Man braucht diesmal kein großer Rechenkünstler sein um zu wissen wir haben die Teamwertung gewonnen – Mamma mia… wir sind Masters-Europameister – wie geil ist das denn?? Gold Gold Gold für jeden von uns…

Auf der Rückfahrt ins Hotel hat es dann schon ordentlich geklimpert… Wir haben es geschafft

Pizza und Bier für alle!!!

 

17.05.2015

Masters-Halbmarathon EM Grosseto

 

Um 9 Uhr schwitzen wir schon bei 25° Grad auf der Piazza del Duomo. In der Startaufstellung ist es heiß und hektisch. Unser Team Austria, bestehend aus Roberto Gruber (mittlerweile über die Grenzen hinaus bekannt), Hermann Binder (weltweit gesucht) und meine Vielseitigkeit, versucht noch einmal die Medaillenbilanz auf zu fetten.

Der Startschuss bringt die Erlösung. Wir werden auf die Strecke entlassen. Alles strebt in eine Richtung. Nur einer bleibt plötzlich stehen und läuft ein paar Schritte zurück – scheinbar hat er etwas verloren – und schon spüre ich wie seine Schulter und mein Brustbein für einen Bruchteil einer Sekunde scheinbar verschmelzen. Kurz war die ganze Luft aus meiner Lunge entschwunden. Dafür habe ich bestimmt einen zusätzlichen Herzschlag abgestaubt – naja kann nicht schaden…

Mit der Vorbelastung der letzten Tage darf ich jetzt nur nicht zu schnell starten. Das gelingt mir heute auch sehr gut und ich positioniere mich in einer anständig dahingleitenden Gruppe. Die Laufstrecke windet sich durch die mittelalterliche Stadt und schon bald habe ich vollends die Orientierung verloren. Einzig der Kilometerschnitt ist jetzt für mich aussagekräftig und dieser pendelt sich bei 3:45 min/km ein. Das ist angesichts der Temperaturen, die sich gefährlich der 30°nähern ein realistisches Tempo für mich. Doch nach 12 km ist dann Schluss mit Lustig. Die Beine werden schwer und immer schwerer. Schlagartig wird das Laufen mühsamer. Die locker laufende Gruppe zieht weiterhin locker laufend auf und davon.  Jetzt sollte man noch ein wenig frischer sein sinniere ich wehmütig. Bleierne Müdigkeit überfällt mich. Die Wettkämpfe der letzten Tage haben doch Spuren hinterlassen.

Als Mitglied eines Mannschaftsgefüges ist es mir aber nicht gestattet in den Zustand der Erschöpftheit zu verfallen. Die restlichen Kilometer werden zwar zur Tortur aber ein größeres Ziel steht über allfälligen Unannehmlichkeiten…  Robert ist schon längst im Ziel als Hermann mich nach 19 km in der sengenden Sonne überholt. Ich muss eine kurze Geh-Pause einlegen um meinen Kreislauf wieder in den Griff zu bekommen. Dann ist es plötzlich fast geschafft. Die liebliche Zahl 20 steht auf einer Tafel vor mir. Der letzte Kilometer läuft dann wieder fast wie von alleine und ich gebe mir sogar noch einen Zielsprint mit einem deutschen Bundesbürger.

Die Robert-Gruber-Festspiele in der Toskana beendet Roberto wieder mit einem großartigen 7. Gesamtrang und in der Altersklasse ist ihm wieder eine Silberne gewiss. Bravo Robert! Bravo Hermann Binder der mit 1:23:07 h sehr guter 7. In der AK55 wird.

Anita Bachl-Pichler krönt sich zur Europameisterin in der AK W55 und Helga Baierl wird großartige 3. In derselben Altersklasse. Bravo die Damen!!!

Beim Warten auf Roberts Siegerehrung kommen wir drauf, dass das Team Austria (Robert, Hermann und ich) in der Mannschaftswertung noch einmal den 2. Rang belegt haben. Jetzt hat wirklich jeder von uns eine Medaille und wir können zufrieden die Heimreise antreten. Unser Mini-Team-Austria platziert sich auf dem 13. Von 20 Plätzen im Medaillenspiegel.

Einen speziellen Dank an Robert Gruber der sportlich vieles erst möglich gemacht hat, an Joe Dißlbacher nicht nur fürs Chauffieren und Organisieren der Reise. Auch für deinen selbstlosen Teamgeist und dein taktisches Geschick.  Danke auch an Hermann Binder für die spaßigen Stunden bei den U-Deitschen da unten…


13.05.2015

OÖ-Landesmeisterschaft über 5000 m in Gmunden

Wie auf den meisten Distanzen muss ich mittlerweile persönliche Bestzeiten laufen um noch den Sprung aufs Stockerl zu schaffen. Ich bin mit meinen 17:17 min und meiner neuen pers. Bestzeit vollauf zufrieden zumal es hinter Joe Dißlbacher und Leo Wölflingseder auf dem Stockerl zu stehen sicherlich keine Schande ist.


03.05.2015

Wings for Life - World-Run

Berna gewinnt mit einem Lächeln den Lauf und die Sympathie der Zuschauer...

So ganz nebenbei sei noch erwähnt, dass ich diesen super-genial organisierten Lauf aus vollen Züge genossen habe.


Wings for Life

Querschnittslähmung heilen

Wings for Life ist eine gemeinnützige, staatlich anerkannte Stiftung für Rückenmarksforschung. Ziel: eine Heilung für Querschnittslähmung zu finden.

Dazu fördern wir mit Hilfe von Spendengeldern weltweit erstklassige Forschungsprojekte und klinische Studien zur Heilung des verletzten Rückenmarks.


„Laufen, für die die es nicht können“ lautete der Leitgedanke dieses einzigartigen Laufspektakels.


Die tolle Stimmung am Start mit internationalem Flair, viele Freunde und Bekannte aus der Lauffamilie, Stars zum „anfassen“ aus der Sportszene, die schöne Laufstrecke durch eine großartige Landschaft, die tolle Stimmung in den Städten und Dörfern am Weg und nicht zuletzt die Gewissheit, dass Berna diesen Lauf hier und heute gewinnen wird machten diesen Lauf zu einem meiner persönlichen Highlights in meinem Lauf-Leben.


Im Schatten meiner Liebsten durfte ich mich dann auch ein wenig wie ein „Star“ fühlen.  Vom sehr sehr bemühten Organisations-Team wurden wir regelrecht hofiert und jeder Wunsch wurde sofort erfüllt. Danke an dieser Stelle für die Einladung in den VIP-Bereich!!!


Auf diese Weise kommt auch ein „no-name“ wie ich einmal in den Genuss,  den Superstars wie Marcel Hirscher oder Gregor Schlierenzauer zu zeigen wozu ein Hobby-Sportler zu leisten in der Lage ist. Oder mit dem Weltklasse-Biathleten Simon Eder zu duschen und mit Überflieger Andi Goldberger das Salatbuffet abzuräumen. Sehr sympathisch auch das meet & greet mit Snowboarder Benjamin Karl, der Berna sehr aufrichtig und herzlich zum Sieg gratuliert hat.


4,2 Millionen Euro sind an diesem Tag erlaufen worden. Das macht ein wenig stolz dabei gewesen zu sein.


19.04.2015

Borealis Linz Marathon

Platzierung:

Marathon gesamt:  Rang 48

Marathon AK45:     Rang 7

Ö-Staatsmeisterschaft gesamt:  Rang 29

Ö-Staatsmeisterschaft AK45:     Rang 6

OÖ-Landesmeisterschaft gesamt:  Rang 10

OÖ-Landesmeisterschaft AK45:     Rang 2

Linzer Stadtmeisterschaft gesamt:  Rang 3

Linzer Stadtmeisterschaft AK45: Rang 1

Ö-Teamwertung:  Rang 12

OÖ-Teamwertung:  Rang 5

Staffelmarathon:  Rang 7

(Honeder-Speedteam: Florian Schinko, Gerald Hofstadler, Paul Honeder und meine Wenigkeit)


Ein einziger Lauf und 11 Ergebnisse für mich.

Alles in Allem war es für mich ein merk-würdiger Lauf bei dem ich unbedingt eine persönliche Bestzeit haben wollte. Dadurch war von Anfang an viel Risiko mit im Spiel. Bis KM 28 war auch alles auf Bestmarke ausgerichtet, Karl Martin (im Bild vorne) hat mächtig Tempoarbeit geleistet aber dann wurd es zunehmend wärmer und meine alte Trainingsbegleitung der letzten Wochen - eine Wadenverhärtung - holte mich ein. Die letzten Kilometer waren dann zunehmends elanloser. Mit 2:45:45 h wäre ich vor einigen Jahren noch ganz Linz um den Hals gefallen. Heute bin ich ein wenig geknickt - besonders weil auch die Ergebnisse ein wenig lauwarm sind. Merk-würdig. Schuterzucken - weiter machen...


Danke an Didi Korntner und Kurt Rebhandl die sich redlich um ein Mannschaftsergebnis für den SK-Vöest bemüht haben.


...aha, ein Marathon ist doch relativ lang...


Eferdinger Osterlauf 8 km

Gesamtrang: 8

Klassenrang: 4

 

Falls jemand von euch einen 4. Platz braucht, bitte bei mir melden, ich hab heuer schon genug davon gesammelt.

 

 

 

z.B.: Gesamtrang 4 beim dritten Crosslauf in Neuhofen, beim Thermenmarathon in Bad Füssing, beim 6-Stundenlauf in Lassee;  und auch in meiner Altersklasse habe ich 4. Plätze unter anderem bei den ersten beiden Crossläufen in Neuhofen und neuerdings auch beim Eferdinger Osterlauf.

 

Es scheint ich werde alt und langsam, jedoch beim genaueren Hinsehen trügt der Schein.  Die selektiven 8 km durch Eferding in 27 min 23 sec bedeuten einen Schnitt von 3:25 min/km –  was so schlecht nicht wäre, wäre da nicht übermächtige Konkurrenz an der Startlinie. Was solls – dran bleiben… alt und langsam kann ich immer noch werden…

 

Im Übrigen wars wieder ein toller Tag für die Honeder-Speedgang. Die Aussicht auf ein paar Honeder-Schaumrollen ließen jeden aus dem Team über sich hinauswachsen. Auch jene, die verletzungsbedingt gar nicht starten sollten.  Respekt Irmi Kubicka für deinen aufopfernden Lauf in der Mixed-Staffel.

Die Lieblings-Chefin – Helga Honeder lief locker und lässig die 8 km in 35:47 min auf den sensationellen 2. Platz in der AK!! Bravo!

Das Honeder-Speedteam – Christoph und Thomas Schmalzer schafften trotz großer Konkurrenz den ausgezeichneten 2. Platz bei den 2er Teams. Chapeau!!

Das Honeder-Dreamteam – Irmi Kubicka und Martin Motsch Leopoldseder kamen auf den sehr guten 4. Platz in der Mixed-Kategorie

Und meine Wenigkeit, wie gesagt der charakterbildende Platz 4 in der AK 40.

Wer braucht schon einen Pokal, wenn er für seine Leistung mit 5 Honeder-Schaumrollen belohnt wird… Danke Helga!


Und Danke MF Fotografie für die tollen Bilder!!


28.03.2015

6h-Lauf in Lassee NÖ

78,154 km

Gesamtrang: 4

Klassenrang: 3

 

Was für ein erfolgreicher und toller Tag für meine Schützlinge Berna Schuster und Didi (Speedy) Korntner, die mich Trainer nennen, der ich mangels fachlicher Ausbildung jedoch nicht bin. Trainer ist in diesem Fall lediglich die Kurzform von Trainingsplanschreibender.

Den 3 Stundenlauf sollte Berna als letzten Feinschliff für den Linzer Marathon verwenden. Mit leicht angezogener Handbremse lief sie die 3 Stunden durch und legte dabei 39,862 km zurück. Ein toller Testlauf, bei dem die stolze Birke des Böhmerwalds die Burschen des Marchlands zu weichen Krautköpfen degradierte. (Der schnellste Mann lief 1,1 km weniger in derselben Zeit. Anm. des Autors). Bravo Berna!!!

 

Die Sensation Nr. 2 an diesem Tag gelang Speedy Korntner, der vom Trainer, den er aus freien Stücken erwählt hat, am Vortag noch einen verbalen Schubs Richtung 80 km Marke erhalten hat und mit diesem Ansporn ein perfektes Rennen gelaufen ist. Mit der fachlichen und aufopfernden Unterstützung seiner Frau, Karin Hauser, spulte er Runde um Runde ab, ließ sich von nichts aus dem Tritt bringen und konnte auf den Punkt die aufgestaute Energie seiner unzähligen Trainingskilometer auf die Straßen von Lassee knallen. Auch der Starke Wind konnte Didi nicht aus dem Konzept bringen und so arbeitete er sich bis auf den 2. Gesamtrang vor. Ich wage zu behaupten, wenn dieser Lauf über 100 km gegangen wäre, hätte er diesen sogar gewonnen. Respekt Didi!!!

 

Lediglich mein rechtes Sprunggelenk trübte meinen Sport-Tag ein wenig. Die lange Belastung eines 6 Stunden-Laufs war an diesem Tag eine Nuance zu viel für einen kleinen Punkt meines sonst so soliden Fahrwerks. Rasch anwachsender Überlastungs-Schmerz trübte schon vor der Halbzeit meinen Gemütszustand. Etwa 60 km konnte ich die Pein im Bein mit lockerem Laufstil kaschieren, doch die vielen engen Rechts-Kurven taten ihr Übriges und ich musste Geh – und Stehpausen einlegen um den wütend-beißenden  Nerv zu beruhigen. Da war dann klar, dass ich meine Führung nicht ins Ziel bringen kann und so wurde ich dann auch in der Schlussphase des Rennens eingeholt und von meinen „Freunden“ Reinhard Buchgeher 82,668 km, Didi Korntner 80,495 km und Gerhard Schiemer 79,313 km aufs respektloseste  überrundet und gedemütigt – vielen Dank! – Spaß beiseite, Wien wird ein unangenehmer Tag für euch… ;-)

 

3 der ersten 4 Plätze gingen wieder nach Oberösterreich – Bravo Burschen!!!


22.03.2015

Florianer Frühlingslauf mit OÖLM 10 km

12. Gesamtrang und 3. in der AK 45

Pers. Best über 10 km (34:25 min)

 

Eigentlich könnte ich meine Wettkampfschuhe für dieses Jahr schon wieder an den Nagel hängen, denn mein Plan, in jedem Jahr eine persönliche Bestleistung auf irgendeiner Distanz zu verbessern ist seit heute schon erledigt.

 

10 Km auf einer sehr anspruchsvollen Strecke im Sog von Bernhard Mandl und Leo Wölflingseder mit einer Durchschnitts-Pace von 3:26 min/km zeigen mir, dass die Form für den Marathon und das Training der letzten Monate ganz ausgezeichnet sind. Lediglich 9 Sekunden fehlen mir auf den Landesmeistertitel in der AK-45. Zum Zeitpunkt des Zielsprints war dieser Titel aber doch unerreichbar. Zu stark waren Bernhard und Leo. Danke fürs mitnehmen Jungs!!

 

Dabei hat der Lauf gar nicht so gut angefangen. Gleich nach dem Start kam Alex Demse aus Steyr zu Sturz. Ich konnte weder ausweichen, noch abbremsen, wurde selber angerempelt und vorwärts geschoben wobei ich über Alex stürzte. Berna, die gleich neben mir gestartet ist, kam ebenso zu Fall. Aus Angst gleich von den 500 Startern niedergetrampelt zu werden waren wir drei sehr schnell wieder auf den Beinen und haben uns im Läuferstrom Stück für Stück nach vor gearbeitet. Berna hielt mit schmerzverzerrter Miene die Hand an die Hüfte gepresst. Ein Blau-rot-gelb-grüner Fleck zeugt noch heute vom Zwischenfall in St. Florian.

 

Bernadette lief von da an ein sehr gutes Rennen und in 37:39 min zum Vize-LandesmeisterInnen-Titel. Nur Martina Bruneder-Winter war an diesem Tag noch schneller als sie. Bravo Berna.

 

Erfreulich zahlreich war diesmal die Teilnehmerliste der SK Vöestler.

 

Sehr gut einmal mehr Ilse Haider. Sie gewann mit der Laufzeit von 48:13 Minuten, Gold in der Klasse W65.

 

Willi Blum lief, in für die Klasse M75 hervorragenden Laufzeit von 53:10 Minuten, zum Sieg.

 

Didi Korntner erkämpfte in guten 39:54 Minuten Rang 4 in der Klasse M40. Didi wäre nicht Didi wenn er nicht noch eine dritte Runde (seine schnellste) angehängt hätte…

 

Bei seinem ersten Start in dieser Saison, lief Erwin Kurzmann in 41:04 Minuten ein gutes Rennen. Er belegte damit Rang 5 in der Klasse M50.

 

Stefan Katzenschläger begann seinen Lauf auch mit einem Tiefstart, nachdem ihn ein anderer Läufer mit einem Tritt auf die Ferse zu Sturz brachte. Mit der Endzeit von 43:20 Minuten wurde er 5. in der Klasse M55.

 

Bei seinem Heimrennen wollte Werner Kerschbaummayr trotz Trainingsrückstand nicht fehlen. Er kämpfte sich in 44:37 Minuten über die zwei 5km Runden, und belegte damit Rang 6 in der Klasse M35.

 

In der Endzeit von 46:24 Minuten schaffte Rupert Mayrhofer Rang 4 in der Klasse M60.

 

 Kurzfristig entschloss sich Dorothea Pammer zur Teilnahme an diesem Lauf, und meldete sich nach. Sie wurde in der Klasse W50 mit der Laufzeit von 46:19 Minuten, 3. des Frühlingslaufes.


15.03.2015

Welser Halbmarathon (21,1 km)

19. Gesamtrang und 3. in der AK 45


Es gibt Renn-Tage, die heben sich deutlich von „normalen“ Wettkämpfen ab und sind einfach sehr schwer in die Laufbiografie einzuordnen.

 

Obwohl ich sehr gut in Form war,  das Wetter fast perfekt zum Laufen und die Stimmung unter den Teilnehmern mitreißend positiv war, hatte ich beim Aufwärmen ein eigenartig flaues Gefühl im Magen.

 

Obwohl mir eine Lauf-Ikone wie Günther Weidlinger noch kurz vor dem Start „Viel Glück“ zugerufen hat stand meine momentane Sternenkonstellation irgendwie schief und mir im Weg.

 

Obwohl ich mir fest vorgenommen hatte nicht allzu schnell zu beginnen, war der erste Kilometer schon nach 3:26 min wieder Geschichte. Tja und obwohl das für einen Halbmarathon ein recht optimistisches Tempo war,  war ich überrascht dass ich dieses Tempo mühelos halten konnte. Bernhard Mandl und Leo Wölflingseder, meine direkten Konkurrenten in der Altersklasse kamen nicht entscheidend weg und nach 5 km war ich plötzlich Mitglied einer sehr hochkarätigen Gruppe, die eine Ziel Zeit von unter 1:15 h anstrebten. Da will ich mit, das hab ich drauf…

 

Was für ein Gefühl, auf einer Gegenwindpassage biete ich mich als Windschatten an der Spitze der Gruppe an und mache mich so breit wie möglich in der Hoffnung bald an dieser Stelle abgelöst zu werden. Die erste von drei Runden war nach 24:31 min erledigt – What a Race…

 

Was für ein Gefühl da plötzlich in meiner Bauchgegend? Im Gedärm rumort es spürbar und lautstark mit rasch steigendem Druck. Ich werde kurz anhalten und mich erleichtern müssen dämmert es mir. Die Gruppe und damit die gute Zeit scheinen mir zu entgleiten. Naja, vielleicht geht es sich aus bis zum Ziel… Nein, das wird sich nicht ausgehen. Das Risiko eines Darmwindes kann ich jetzt nicht mehr eingehen und meine Augen suchen sehnlichst nach einem unbeobachteten Gebüsch für meine Zwecke. Doch das ist in einer Stadt wie Wels gar nicht so einfach wie ich mit steigender Verzweiflung feststellen muss. Nach einer scharfen Rechts-Biegung bietet sich eine Gelegenheit die Strecke kurz zu verlassen. Druckentweichend und mit blankem Hinterteil sehe ich meine Mitstreiter enteilen. Schade.

 

Es gelingt mir den Speed von vorhin gleich wieder zu finden und so arbeite ich mich Meter für Meter  an meine alte Position heran. Karl Martin, den ich schon zum zweiten Mal an diesem Tag überholt hatte, sah mich überrascht an. Zufrieden denk ich mir: Ok, man hat mich im Gebüsch nicht bemerkt…

Der Abstand zur sub 1:15er Gruppe wird kleiner. Ich fixiere die Jungs vor mir und knicke an einer schrägen Bordsteinkante einmal kräftig weg. Au – Sch… was ist denn heute los?? Schimpfe ich etwas genervt in mich hinein, laufe aber beherzt weiter. Das Laufen ist das einzige was an diesem merkwürdigen Sonntag richtig gut geht.

 

Apropos Sch… - mein Darm meldet sich schon wieder. Das kann ja nicht sein…

Km 14. Die Rundenzeit ist natürlich gesunken aber noch liege ich gut in der Zeit. Km 15. Mit Schmerzen im Unterbauch muss ich eine zufriedenstellende Endzeit wohl endgültig begraben. Km 16. Viele Zuschauer und kein Platz für persönliche Angelegenheiten – weiter weiter. Eine Baustelle an der Traun erscheint mir wie ein Geschenk des Himmels und ich zolle der Rache Montezuma´s Tribut. Sorry Wels!

 

Der Rest des Laufes war dann nur noch ein Gehorsamslauf ins Ziel. Mit 1:17:14 h kann ich ja einigermaßen Zufrieden sein aber ich darf gar nicht dran denken was gewesen wäre wenn…?!?

Fazit des Tages: Laufleistung sehr gut, Rennverlauf beschissen…

 

Strich drunter – weiter machen!

 


07.03.2015

OÖ-Landesmeisterschaft Crosslauf 8,3 km

Micheldorf


Die Streckenführung in Micheldorf hat mit dem klassischen Crosslauf leider nur sehr wenig zu tun. Eine flache trockene Wiese und eine Tartanbahn waren die einzigen Kriterien der Strecke. Eine solche Strecke ist auch für die schnellen Straßenläufer kein Problem und so gibt es wenig Überraschendes an der Spitze. Seid Endris sichert sich den Landesmeistertitel und in meiner Altersklasse stehen auch zwei gute "alte" Bekannte auf den ersten beiden Stockerln. Bärenstark Joe Dißlbacher auf Platz 1 und der "Evergreen" Leo Wölflingseder dahinter auf Platz 2. Ich darf mich auf dem 3. Stockerl postieren. Mit meiner Laufzeit und der Bronzemedaille darf ich zufrieden meine Crossspikes für dieses Jahr an den Nagel hängen. Mein Kilometerschnitt von 3:32 min/km macht deutlich wie einfach die Strecke in Micheldorf gestrickt ist...


Bernadette belegte auf der 4,8 km langen Damenstrecke den 3. Gesamtrang hinter Anita Baierl und Martina Bruneder-Winter. Diese drei Läuferinnen ließen keinen Zweifel an ihrer Vormachtstellung im oberösterreichischen Laufsport. Bei der Siegerehrung strahlten die drei mit der Sonne um die Wette.


Bravo Berna!!!


Berna in ihrem Element
Berna in ihrem Element


10.05.2014

Lasberger Brückenlauf (10,4 km)

 

Das engagierte Team rund um Martin Leitner hat auch in diesem Jahr wieder ein großartiges Sportfest auf die Beine gestellt. Die Teilnehmerzahlen, vor allem bei den Kinder- und Jugendläufen steigen Jahr für Jahr und verwandeln das sonst so beschauliche Lasberg für einige Stunden in ein Lauf-Mekka.

Die modifizierte Strecke präsentierte sich anspruchsvoller als in den Jahren zuvor, jedoch fand sie bei den Läufern großen Anklang. Auf dem 5,2 km langen Rundkurs, der zwei mal zu bewältigen war, ist für jeden Läufer etwas dabei, das sein Herz höher schlagen lässt. Vom Asphalt wechselt der Untergrund rasch auf Wiesenwege, Sandstraßen führen die Athleten auf die Hügeln der Umgebung und über Wald und Wiesenwege "fliegt" man lockeren Schrittes wieder zurück in den Ort, wo noch knackige Anstiege auf die bunte Meute warten. Der Durch- bzw. Zieleinlauf in der "Wimberger-Haus-Arena" ist ein Erlebnis, wofür es sich lohnt zu trainieren. Danke Martin Leitner, Danke den vielen Helfern und dem Organisationsteam mit Vereinsspezi Helmut Kastl und Danke Lasberg für den freundlichen Empfang!  

 

Bernadette, Dani Rechberger, Martin (Motsch) Leopoldseder und ich hatten die Ehre, neben Helga Honeder für die "Naturbackstube Honeder" an den Start zu gehen.

Dem Aufruf der "Lieblingschefin" kamen wir natürlich gerne nach und präsentierten uns von unserer besten Seite. Da spielt es auch keine Rolle, dass Berna und ich vor sechs Tagen einen Marathon gelaufen sind.

 

Motsch wählte die "Light-Version" und begnügte sich mit einer strammen Runde. Die 5,2 km bewältigte er in 24:08 min und wurde damit 26. in der allgemeinen Klasse. Bravo!

 

Berna, die sich auf dieser schwierigen Strecke pudelwohl fühlte gewann mit 41:00 min ihre Altersklasse und wurde im Gesamtklassement der Frauen 3. Ihre Leistung ist ein weiterer Beweis, dass die Regeneration nach einem schnellen Marathon krass überbewertet wird. ;-)

 

Dani Rechberger wurde in der gleichen Altersklasse großartige 3. Bravo!

Sie hatte im Ziel fast ein schlechtes Gewissen, weil sie sich auf Grund der schweren Strecke in der Anfangsphase zu sehr "geschont" hat... Super!!!

 

Helga Honeder, die Chefin herself, wurde in ihrer Altersklasse großartige 2.

Sie hat sich Trauer und Schmerz von der Seele gelaufen und eine sehr schwere Woche mit einem Erfolgserlebnis unter Freunden abgeschlossen...

 

Genau wie Helga gelang auch mir der Sprung auf den 2. Klassenrang womit ich sehr zufrieden sein kann. Meine Laufzeit von 39:03 min bedeutet den 12. Gesamtrang im sehr stark besetzten Teilnehmerfeld.

 

Gewonnen hat Olexandr Babaryka aus der Ukraine vor Martin Pröll, der hier in Lasberg sein Comeback in der Laufszene eindrucksvoll gefeiert hat - Welcome Back Martin!!

 

 


Berna, Ilse und ich
Berna, Ilse und ich

04.05.2014

Salzburg Marathon mit Öst. Staatsmeisterschaft und OÖ. Landesmeisterschaft

 

Die Vorbereitung auf diesen Marathon war gut, das allgemeine Drumherum passte und das Wetter war zum Laufen einfach perfekt.

Unter diesen Voraussetzungen wollte ich ein wenig riskieren und meine persönliche Bestleistung ein wenig nach unten korrigieren.

 

Meine erste Runde durch die Mozartstadt war dann aber doch einen Hauch zu optimistisch. Ich lief in einer guten Gruppe mit Helmut Schmuck, dem Berglauf-Urgestein, ein gleichmäßig zügiges Rennen. Wie sich dann aber herausstellte, bestand die Gruppe aus lauter Halbmarathonläufern und ich war nach dem Durchlauf am Residenzplatz plötzlich Mutterseelenallein auf weiter Flur. Mit 1:19:20 h hatte ich da, wie sich später herausstellte, schon ein paar Körner zuviel verschossen.

Auf mich alleine gestellt hatte ich in der zweiten Runde Mühe das Tempo unter 4:00 min/km zu halten.

Bei km 31 hatte ich an der Labestation ein Fläschchen mit einer Eigenverpflegung deponiert, die aber dann leider nicht mehr auffindbar war. Mit ein wenig Frust war ich dann noch sehr um Schadensbegrenzung bemüht und mit 2:44:25 hatte ich dann zumindest den Landesmeistertitel in der AK-45 in der Tasche. Einige Ziele blieben heute unerreicht. Ich will nicht unbescheiden sein und ich freue mich über das Ergebnis aber es bleibt ein schaler Nachgeschmack, der mich zwingt weiter zu machen... ;-)

 

Österr. Meisterschaft gesamt: 24.

Österr. Meisterschaft Klasse M-45: 4.

OÖ. Meisterschaft gesamt: 5.

OÖ. Meisterschaft Klasse M-45: 1.

 
Bernadette hat alle mit ihrem tollen Marathondebut überrascht und am allermeisten sich selbst. Sie hat den Lauf, die Strecke und die Atmosphäre in der Stadt in vollen Zügen genossen und kam nach 2:59:04 h ohne grobe Probleme ins Ziel. Nur ganz wenige schaffen bei ihrem ersten Marathon eine Zeit unter 3 Stunden - ich bin sooo stolz auf dich mein Schatz...
Diese grandiose Leistung wurde beinahe mit einer Staatsmeister-Medaille belohnt. Als 4. konnte sie trotzdem bei der Siegerehrung strahlen. bei den gleichzeitig ausgetragenen OÖ. Landesmeisterschaften war sie eine Klasse für sich und gewann den Landestitel souverän. Bravo!!!
 
Nicht weniger sensationell lief Ilse Haider für den SK Vöest. In 3:39:36 h lief sie zum Staatsmeister- und Landesmeistertitel in der AK-65. Bravo Ilse!!!
gefunden in der Salzburger "Kronen Zeitung"
gefunden in der Salzburger "Kronen Zeitung"